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Aus dem Vermächtnis von Sterbenden lernen ...

Aktualisiert: 13. Dez 2018

Menschen, die sich auf dem letzten Abschnitt ihres Lebensweges befinden, können schonungslos auf ihr zurückliegendes Leben blicken – manchmal mit Dankbarkeit und Humor, manchmal jedoch auch mit Trauer und Bitterkeit.

An der Grenze zwischen Leben und Tod werden Erlebnisse reflektiert, Begegnungen und Beziehungen hinterfragt, Lebenslügen entlarvt und nicht erfüllte Wünsche geäußert. Nicht selten folgt der Satz: „Wenn ich noch einmal leben könnte, dann ….“ Doch diese Menschen haben die Endstation erreicht. Wir können jedoch von Ihnen lernen, die Notbremse ziehen und bewusster mit unserem einen Leben umgehen.



Es gibt 3 Themenbereiche, die in Gesprächen mit Sterbenden näher beleuchtet wurden:


Leben:

Es macht Sinn, öfters mal den Alltagstrott zu unterbrechen. Beispielsweise, in dem man etwas Verrücktes ohne schlechtes Gewissen zu machen. Oder eine Stunde lang das Handy auf lautlos zu stellen, den Laptop zur Seite zu räumen und sich auf die Geräusche des Alltages zu konzentrieren. Oder sich in ein Kinderkarussell zu setzen, den Wind im Haar zu spüren und sich am Lachen der Kinder zu erfreuen.

Es macht auch Sinn, Nein zu sagen, wenn einem alles über den Kopf wächst. Sich Freiräume zu schaffen und mehr Zeit mit sich und weniger mit seiner Arbeit und seiner Karriere zu verbringen. Oder zu hinterfragen, ob der Beruf tatsächlich Berufung ist und wo die Träume hingekommen sind. Manchmal muss man auch mutig sein, und Veränderungen herbeiführen oder sich neu orientieren.


Lieben:

Vielen Menschen fällt es schwer, Liebe und Zuneigung zu zeigen, oder Wünsche und Gedanken auszusprechen. Beziehungen können nur existieren, wenn sie gepflegt werden. Es macht Sinn, über den eigenen Schatten zu springen und Menschen zu kontaktieren, die für uns wertvoll sind und wir deshalb mit ihnen in Beziehung bleiben oder wieder in Beziehung kommen wollen.

Das, was kränkt, macht krank. Deshalb macht es Sinn, um Verzeihung zu bitten und ein versöhnendes Gespräch zu suchen. Ebenso ist es bedeutungsvoll, Dank auszusprechen, etwa für das Leben, für die eigene Gesundheit, für die Zeit mit einer lieben Person oder für einen schönen Sonnenuntergang.


Lachen:

Herzhaftes Lachen ist eine wunderbare Methode um Stress abzubauen und sich zu entspannen. Von Kindern können wir lernen, ganz spontan und situationsbezogen zu lachen. Es macht Sinn, auch über sich selbst zu lachen und nicht alles so ernst zu nehmen, um nicht Gefahr zu laufen, in übertriebenen Ehrgeiz zu verfallen oder überzogene Anforderungen an sich selbst zu stellen.

Es macht auch Sinn, mit sich selbst geduldiger zu sein und gelassener jenen Dingen zu begegnen, die im Moment nicht veränderbar sind.


Wir haben die Chance, von Sterbenden zu lernen, rechtzeitig unnötigen Ballast abzuwerfen und das eine oder andere zu verändern oder zu verwirklichen.


Weiterführende Literatur:


Tropper, Doris (2018): Hätte dich doch … von den Sterbenden lernen, was im Leben wirklich zählt. München: mvg Verlag.

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© 2017 by Alexandra Fuchs, BA MA MSc | Psychotherapeutin | Proudly created with Wix.com