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Eltern und Kinder zwischen Optimierung und Überforderung

Unsere Gesellschaft setzt in den letzten Jahrzehnten immer mehr auf eine Optimierung von Haltungen und Leistungen in allen Bereichen. Dies betrifft zunehmend auch Kinder und Jugendliche – und natürlich auch deren Eltern und führt zu vielfältigen Überforderungssituationen für beide.


Der „Schonraum Kindheit“, wie er für eine gedeihliche Entwicklung notwendig erscheint, wird dadurch immer fraglicher. Die COVID-19 Pandemie hat zudem unser aller Leben maßgeblich verändert und die Situation vielfach noch verschärft. Die psychischen Belastungen scheinen zu steigen, Kinder- und Jugendpsychiatrien platzen aus allen Nähten.


Medien scheinen derzeit einerseits vieles zu ermöglichen, z.B. die Abhaltung von Fernunterricht, haben aber auch Schattenseiten, z.B. durch ihre Dominanz im kindlich-jugendlichen Alltag und ihren Einfluss auf psychisches Wohlbefinden.


Was können wir als Eltern und Erwachsene tun, um Kinder und Jugendliche zu unterstützen und ihre psychische Widerstandsfähigkeit zu stärken? Wie geht es den Eltern selbst? Wie können diese ein Gleichgewicht schaffen zwischen Optimierungsdrang und Gefühlen von Überforderung? Droht ein „Aus“ der unbeschwerten Kindheit? Welche „Schonräume“ kann es geben, sodass eine glückliche Kindheit ermöglicht wird?!


Mit Fachvorträgen sowie Workshops möchte der Österreichische Kinderschutzbund & die Elternbildung Tirol auf das Thema aufmerksam machen und zu Prävention und Sensibilisierung beitragen. Ein Kongress zum Mit- und Nachdenken … am 09. November 2022 im Haus der Begegnung in Innsbruck.


Mit folgendem Workshop darf ich das spannende Programm ergänzen:


Der Mut-Wolf

Selbstwirksamkeitserleben bei Kindern, Jugendlichen (und Eltern) stärken


„Ich kann das nicht! - Ich schaff das nicht! - Ich checke rein gar nichts! - Ich bin einfach zu dumm!“ In manchen (Lern-)Situationen erleben sich junge Menschen derart demotiviert, dass sie sich auf Lernerfahrungen und -prozesse kaum noch einlassen können. Die inneren Dialoge, die während des Lernens oder der Bewältigung herausfordernder Situationen geführt werden, bestimmen, wie wir uns fühlen und mit Schwierigkeiten umgehen. Gerne neigen begleitende Personen dazu, wohlwollend gegen die inneren Dialoge anzureden, indem sie Motivationsversuche wie „du schaffst das schon“ oder „versuch es nochmal“ starten.

Oftmals macht es jedoch mehr Sinn, mit den Heranwachsenden darüber nachzudenken, wie sie mit sich selbst sprechen, welche Gefühle sie dadurch in ihrem Erleben auslösen und ob dieser Versuch der Selbststeuerung hilfreich ist, um die herausfordernde Situation zu bewältigen.


Gemeinsam werden wir uns in diesem Workshop an diesen Lösungsversuch heranwagen, in dem wir das Konzept der Selbstwirksamkeit nach Bandura kurz streifen und uns dann auf die Arbeit nach hypnosystemischen Konzepten in Anlehnung an Schmidt fokussieren. Dabei verwenden wir das Konstrukt des Seitenmodells (zur Arbeit mit inneren Persönlichkeitsanteilen) und nützen zur Stärkung des Selbstwirksamkeitserlebens und der Selbststeuerung die Metapher eines Indianerhäuptlings, welcher seinem Sohn erzählte: „In dir kämpfen zwei Wölfe: Der Angst-Wolf und der Mut-Wolf. Derjenige, dem du mehr Nahrung gibst, wird den anderen besiegen.“




ELTERNBILDUNGTIROL_Kongressprogramm2022
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